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Sonntag, 19 November 2017 09:14

"Hier Leitstelle Bonnland"

geschrieben von  B. Brönner
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Die Lohrer Feuerwehren übten an zwei Tagen mit dem Roten Kreuz in Bonnland

Bonnland ist ein abgesiedeltes Dorf mi 120 Gebäuden, das jetzt als Ortskampfanlage auf dem Gelände der Infanterieschule Hammelburg dient. Ein Ort, der gerne auch von Feuerwehren als Übungsdorf genutzt wird.

Am Wochenende 11. und 12 November konnten alle acht Lohrer Feuerwehren in Bonnland trainieren. Der Samstag gehörte ganz den Stadtteilfeuerwehren. Von morgens 8 bis gegen 18 Uhr wurden von jeweils zwei Feuerwehren Einsatzübungen gefahren. So übten die Feuerwehren von Pflochsbach und Rodenbach zusammen, die Feuerwehren Sackenbach und Ruppertshütten, die Feuerwehr Wombach mit einer Staffel der Bundeswehr – Feuerwehr und die Feuerwehren Halsbach und Steinbach.

Ein neunköpfiges Vorbereitungsteam um Brandmeister Bernd Brönner hatte ein anspruchsvolles Übungsszenario vorbereitet. Sieben „Statisten“ aus dem Umfeld der Feuerwehr Lohr hatten sich bereit erklärt, die Hausbewohner zu „spielen“. Entsprechend geschminkt und betreut wurden sie von Michaela Dürr und Johannes Seith vom Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Main-Spessart.

Es handelte sich um einen Wohnhausbrand, bei dem Personen aus dem ersten Obergeschoss über tragbare Leitern zu retten waren. Weiter mussten eine brandverletzte und eine bewusstlose Person von Atemschutzgeräteträgern im Haus aufgespürt und gerettet werden. Durch den Einsatz von Nebelmaschinen im Inneren des Hauses wurde ein starke Verrauchung simuliert. Dabei war die sprichwörtliche Hand vor den Augen nicht zu erkennen. Die geretteten Personen wurden an den Rettungsdienst übergeben. Die Übungen wurden von fünf Einsatzkräften der Rot-Kreuz Bereitschaft Lohr mit einem RTW (Rettungswagen) begleitet und abgesichert.

Die „Statisten“ hatten vom Vorbereitungsteam eine kurze Regieanweisung bekommen, konnten dann aber im Verlauf der Übung ihr schauspielerisches Talent voll entfalten. Den anrückenden Einsatzkräften wurden sehr realistische Verhaltensweisen der „Hausbewohner“ geboten. Zum Beispiel zögerte eine Person am Fenster im ersten OG wegen Höhenangst, sich über Leitern retten zu lassen. Eine andere Darstellerin wollte aus Sorge um ihre Angehörigen zurück ins Haus laufen. Zu guter Letzt wollte auch noch ein Reporter vom imaginären „Bonnland-Boten“ Informationen von den Einsatzkräften erhalten.

Nach einer guten halben Stunde waren die gestellten Aufgaben abgearbeitet. In einer kurzen Nachbesprechung wurden aufgetretene Schwachstellen angesprochen, die dann beim zweiten Durchgang verbessert werden konnten.

Den Sonntag nutzte die Feuerwehr Lohr um in insgesamt sechs Übungen zu trainieren.
Die erste Aufgabe für die Besatzung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges bestand darin, eine eingeklemmte Person unter einem Fahrzeug zu befreien. Gleichzeitig wurde die Drehleiter und das Tanklöschfahrzeug alarmiert, um den Rettungsdienst bei einem häuslichen Notfall zu unterstützen. Eine Person war bei Renovierungsarbeiten im Dachgeschoss gestürzt und konnte sich nicht mehr bewegen.
Als nächste Einsatzübung war vom Löschzug das Szenario „Wohnhausbrand“ vom Vortag zu bewältigen. Die Abschlussübung bildete eine Explosion in einer Autolackiererei. Sechs Statisten und drei Übungspuppen stellten die zum Teil schwer verletzten Personen dar. Bei dieser Einsatzübung wurde der Lohrer Löschzug durch eine Staffel der der Bundeswehr – Feuerwehr verstärkt.

Insgesamt 19 Einsatzkräfte der Feuerwehr Lohr unter der Leitung des stellvertretenden Kommandanten Norbert Penz und 6 Einsatzkräfte der Rot-Kreuz Bereitschaft Lohr stellten sich den geschilderten Übungsannahmen. Die Feuerwehr Lohr war mit einem Löschzug bestehend aus dem Kommandowagen, dem Hilfeleistungslöschfahrzeug, der Drehleiter und dem Tanklöschfahrzeug nach Bonnland ausgerückt, die Rot-Kreuz Bereitschaft Lohr mit einem RTW und einem Gerätewagen Logistik.

Das Vorbereitungsteam der Feuerwehr Lohr setzte sich zusammen aus: Oliver Bernard, Thomas Heun, Aljoscha Holitzka, Sebastian Mademann, Eric Müller, Thomas Naffin, Gregor Schmidt, Kristina Wenzel und Bernd Brönner.
Die Verpflegung der ca. 40-köpfigen Übungstruppe am Sonntag hatte Birgit Penz übernommen.

Gelesen 2875 mal Letzte Änderung am Sonntag, 19 November 2017 17:16
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